Singleblog.net - Liebe, Freundschaft, Singleleben

Beiträge zum Thema Klischee & Vorurteil

Glücklicher Single gleich trauriger Single?

30. September 2009

trauriger single Wenn 38 Prozent der Haushalte Singlehaushalte sind, wird man auch mit wenig Talent für Profitmaximierung verstehen, was da für ein Markt ist. Deshalb verwundert es nicht, wenn jedes noch so unbedeutende Webportal seine Singlethemen hat, um zielgruppenfixierte Flächen für Werbung anbieten zu können. So fand ich unter Lifestyle bei T-Online die Frage: Kann man als Single glücklich werden? Das wird in der Folge als Community-Diskussion in Form von „Pro & Contra: Glücklich leben, auch als Single?“ aufgezogen. Wie rechthaberisch und pseudopsychologisch dann die Meinungen auseinandergehen, demonstrieren Sina L. und Judith K. Erstere behauptet frech, dass man erst mit sich allein glücklich werden müsse, um überhaupt eine Partnerschaft bewältigen zu können, während die andere weiss, dass man seine Traurigkeit verstecke, wenn man behaupte, man sei als Single glücklich. Mir fällt als guter Rat an Singles und Nichtsingles nur folgendes ein: Man kann nur für sich reden und ein Pro und Contra in Fragen des Glücks ist genauso hirnrissig wie die Frage, warum einer lieber rot mag, während der andere nur mit blau was anfangen kann.

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Single-ABC: Blind Date

27. September 2009

blind date Blind Dates verabreden abenteuerlustige Singlemenschen, die der Einsamkeitsdruck in peinliche Situationen treibt. Auch eine Art von Single-Masochismus ist zu beobachten, einer, der kein noch so peinliches Date ausläßt, um die Liebe oder einen One-Night-Stand des Lebens zu finden.

Tatsächlich wurde bis heute kein menschliches Wesen entdeckt, das über ein Blind Date zum Glück gefunden hätte. In den meisten Fällen verhindert nur ein Rest von Anstand den Fluchtreflex. Wer sich nicht abgesichert hat mit einer Ausrede, um nach spätenstes einer Stunde den qualvollen Small-Talk zu unterbrechen und beim Aufstehen mit einem freundlichen Lächeln ein weiteres Treffen in Aussicht zu stellen, wer also nicht weiss, wie man knappe Zeit simuliert, der muss das ganze Drama bis zum Ende aussitzen. Ja, das ist eine Warnung!

Für Partnersuchende mit völlig überzogenen Vorstellungen vom Traumpartner ist ein Blind Date meistens eine Qual. Dabei war die Stimme am Telefon so sexy, der Chat echt unterhaltsam, die Kontaktanzeige mal wirklich pfiffig. Und dann sitzt sie plötzlich dem sportlichen und offenen Typen mit Bierbauch und Angeberpose gegenüber. Oder er steht vor einer Frau mit dem Sex-Appeal eines kleinen Lederrucksacks (solche, die von korpulenten Frauen am Rücken drapiert werden), um mal wieder festzustellen, dass die ersehnten sexuellen Phantasien wohl in diesem Leben nicht auzuleben sind. So könnte man die möglichen und unmöglichen Situationen zwischen Erwartung und Realität ohne Ende weiterführen.

Diese Geschichten der Enttäuschung will eh niemand hören. Man bleibe lieber optimistisch und sichere sich fürs nächste Blind Date ab. „Blinddate – aber sicher!“ heißt das Motto, „Codesätze“ zur Rettung inbegriffen. Ist doch klar, wo es masssenweise Pannen gibt, ist der Web-Ratgeber nicht weit. So gibt der Ratgeber Blinddate den goldwerten Tipp, „es ist wirklich am wichtigsten, dass ihr ‚ihr selbst‘ bleibt“. Ein Klugscheisser auf Wikepedia weiss gar zu berichten, dass „langfristige, soziale und genetische Auswahlkriterien der Partnerwahl“ zugunsten eines Quickies ausser Acht gelassen werden! Wenn das nicht der wirkliche Skandal des Blind Dates ist!

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Single-Kriegsziel Frau

17. September 2009

kriegsziel frau Die nicht auszurottende frauenfeindliche Phantasie von der gewalttätigen Eroberung der Frau kann kaum besser kolportiert werden als in dem Buch „Angriffsziel: Frau! Tips und Tricks zum erfolgreichen Erstkontakt. Ein taktischer Führer für Profis und solche, die noch viel lernen müssen!“ Allein das Cover spricht Bände: Eine Frau reduziert auf Brust, Büstenhalter und Haut und darunter ein Panzer! Dass sich das verkauft, wird sicher nicht nur der Neugier geschuldet sein. Auf einer Singlebörsenvergleichs-Site wird das Buch gar als revolutionärer Ratgeber gefeiert, der „Ihren persönlichen Flirterfolg optimieren“ werde. Der Verlag, der für die primitiven Männerphantasien von Christian Haas 15 Euro verlangt, nennt sich ironischerweise „Flirtkultur“.

Bücher dieser Art sind nun keine Seltenheit. Ein anderes nennt sich Agressiv flirten und baut auch auf Kaufreflexe mit Hilfe sexisitischen Bildmaterials. Es beweist aber unfreiwillige Komik, in dem der Klappentext mit einem Satz anfängt, der wahrscheinlich durch reichlich Pornokonsum angeregt wurde: „Geht es um das Thema Sex, sind wir Männer beachtlich gut bewandert.“

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Hochzeitsproblem Single?

2. September 2009

Ich staune, dass sich ein Paar erdreistet, zu heiraten, obwohl es von frustrierten Singles nur so umlagert ist. Der auf dem Klischee vom unglücklichen Single herumreitende Dr. Sommer Abklatsch Hochzeitsfeiern – (K)ein Problem für Singles vermittelt glatt diesen Eindruck. Recht viele Singlefreunde habe ich auf Hochzeiten gesehen, die sich gefreut und mitgefeiert haben, ohne dass man für die vermeintlich Neidenden Singelarregements organisieren musste. Als ob Heiratende nicht genug zu organisieren hätten. Die Ratgeberschmonze thornt übrigens wichtig auf Elitepartner.de. Selbst das gebildete Publikum erwartet anscheinend klischeetriefenden Unsinn von der „Hölle für Single-Freunde“ (die Sprache, die verräterische); Unsinn, der alle Höllenszenarien ins Feld führt, um das Singleleben schlecht zu reden. Wen wunderts, schliesslich gilt es Partner zu verkaufen.

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Date, Sex und Klingelton

31. August 2009

Das „Staatliche Institut für Klingelton-Soziologie & Gender Ringtoning“ in Großkinkerlitz will festgestellt haben, dass Klingeltöne verraten täten, wie gut ein Date im Bett sei. Leider fand ich keine Antwort auf die Frage, welche klingeltonsoziologischen Sexschlüsse der Klassikerklingelton „Ringel Dingel“ zuliesse.

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